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Die kalte Jahreszeit kommt – Empfehlung Fachlektüre

In den Dojos können wir geschützt von Wind und Wetter trainieren. Den Rest unserer Zeit sind wir im Herbst und Winter jedoch überwiegend daheim. Statt draußen im Garten zu arbeiten oder sonstige Aktivitäten auszuüben, haben wir auch mal etwas Zeit ein Buch zu lesen.

Und genau darum soll es in diesem Artikel gehen. Das Training endet nicht an der Schwelle des Dojos. Und ich persönlich ziehe ein Buch seiner digitalen Version vor. Das hat auch praktische Hintergründe. Gerade in der Fachlektüre mache ich mir gerne Markierungen, die ich während des Trainings nutze um sofort die richtige Seite parat zu haben.

Auch für meine Tochter (4) versuche ich dieses Medium zu etablieren. Wir trainieren in der Halle und bei Zeiten schauen wir zu Hause in ihrem Buch, welche der aufgeführten Techniken sie schon geübt hat. Das motiviert sie doppelt. Ich kann auch immer öfter beobachten das sie es auch selbstständig zur Hand nimmt und einige Bilder versucht nachzuahmen. Für mich ist ein klarer Lerneffekt ersichtlich. Natürlich darf man das Alter nicht außer Acht lassen. Sie übte in diesem Jahr etwas Knigge im Karate und einige Grundtechniken, sowie den Zenkutsu Dachi. Das reicht auch vollkommen und wird im nächsten Jahr so weitergeführt.

Zurück zum Thema „Buch“. Es gibt sehr viel Fachlektüre für Groß und Klein. Ich selbst habe auch mehrere Bücher. Jedoch möchte ich heute nur meine Empfehlung für mein Lieblingsbuch und das Buch meiner Tochter aussprechen. Das Thema wird immer wieder aufgenommen und ich werde noch andere Bücher mit einbinden. Für den Anfang reicht ein Buch vollkommen aus und ich möchte niemanden überfordern. Zudem kosten die Bücher gutes Geld.

Vorab ganz kurz: Dies ist keine bezahlte Werbung, ich habe keinerlei persönliche Bereicherung daran euch diese Bücher zu empfehlen.

Mein absoluter Favorit ist „Die Karate-Essenz: Das Handbuch“ von Fiore Tartaglia.

Hier der Link dazu:

Es ist in 3 Teile gegliedert.

Teil 1 beschreibt Karate im Dojo.

Teil 2 beschreibt Karate im Alltag.

Teil 3 beschreibt die geistige Lehre.

Ich bin der festen Überzeugung, dass dieses Buch jedem Einsteiger und auch Fortgeschrittenen sehr viel zu bieten hat. Die Techniken sind sehr schön skizziert und im Detail erklärt. Es inspiriert mich immer wieder dazu Karate ganzheitlich in meinem Leben zu integrieren. Schaut es euch gerne näher an und macht euch ein eigenes Bild.

Mein Favorit für die Kids ist ganz klar „KARATE – Das Buch für Kinder“ von der Autorin Marié Niino. Es ist für Kinder ab 4 Jahren geeignet und ich denke jeder ist sich bewusst, dass die Eltern bei jedem Buch die hieroglyphischen Buchstaben für die Kleinkinder übersetzen müssen.

Hier der Link:

 In diesem sehr schön gestalteten Buch geht es um die Grundschule des Karate. Es werden gebräuchliche Verhaltensweisen, Grundtechniken und interessante Backgroundinfos über die Geschichte und Kultur Japans beschrieben. Zudem werden auch Sachen wie Gürtel binden und der menschliche Körper etwas erklärt. Schaut es euch an. Es verfügt auch über ein Promo-Video, welches ihr über YouTube finden könnt.

Vielen Dank fürs Lesen und gebt gerne Feedback, ob euch meine Empfehlung der Fachlektüre geholfen hat.

Kihon, Kata und Kumite

Die drei Begriffe Kihon, Kata und Kumite beschreiben die „Hauptfächer“ des Karate. Um euch einen kleinen Einblick zu gewähren, was ihr von ihnen erwarten könnt, habe ich zu jeder Kategorie ein paar Sätze zusammengefasst.

Kihon:

  • Hier werden die Grundtechniken gelehrt. Sie werden isoliert oder in Kombination trainiert. Beispielsweise können zwei Tritte zu einer Übung verschmolzen werden oder aber auch ein Tritt einzeln gelehrt werden. Dies bestimmt natürlich der Trainer, welcher sich in den meisten Fällen nach der Graduierung des Schülers / der Gruppe und nach der Prüfungsordnung richtet.

Kata:

  • Bei den Katas sieht es etwas anders aus. Jeder Schüler hat entsprechend seiner Graduierung eine Kata, die er für die nächste Prüfung studieren muss. Es kommt einer Choreographie nahe. Jedoch sollte ein Schüler alle vorigen Katas weiter üben, um sie im Gedächtnis zu behalten und deren Inhalte mehr und mehr zu verstehen. In den Katas wird viel mehr Wissen als nur Handlungsabfolgen weitergegeben. Es liegt in der Verantwortung jedes Einzelnen die versteckten Botschaften und Weisheiten der Meister für sich zu erkennen und zu interpretieren. Natürlich kann man nie zu 100% sagen, ob die erlangten Erkenntnisse tatsächlich den Grundgedanken widerspiegeln. Es gibt aber schon einige schlüssige Theorien und für Gesprächsstoff ist immer gesorgt. Bei der Abnahme der Katas achtet der Prüfer besonders auf Sauberkeit der Techniken, das richtige Timing und auf einen ordentlichen Stand.

Kumite:

  • Kumite ist der Zweikampf des Karate. Hierbei wird im Training ein Kampf mit den für die Prüfung vorgesehenen Techniken simuliert. Gerade im Wettkampfsport ist dies ein beliebter Zweig. Dort können die Athleten zeigen, was sie gelernt haben und völlig frei ihre Techniken gegen den Rivalen einsetzen. Für alle die etwas mehr Adrenalin suchen, sicher eine gute Wahl zur Spezialisierung. Wichtig beim Kumite ist zwar Timing von Angriff und Abwehr, sowie Kraft und Tempo, aber auch das Verletzungsrisiko so gering wie möglich zu halten. Dazu wird im Training mit den Armen Maß genommen und ein entsprechender Abstand zum Trainingspartner eingehalten. Die Beherrschung der Techniken und das rechtzeitige Stoppen sind trotzdem ein Punkt, der immer beachtet werden muss, um Schlimmeres zu vermeiden. Normales Training und Wettkampftraining gehen weit auseinander. Zur Reduzierung des Verletzungsrisikos gibt es auch Karatehandschuhe.

Ich hoffe ich konnte euch einen kleinen Einblick in die drei „Hauptfächer“ Kihon, Kata und Kumite ermöglichen und freue mich auf Feedback. Gerne behandle ich jede Disziplin auch nochmal einzeln, um eventuell aufkommende Fragen zu beantworten. Oss. 

Warum eigentlich Karate? (2)

Im zweiten Teil dieser Serie möchte ich auf die geistige Förderung eingehen.

Die Kampfkunst Karate erfordert viel Geduld und hilft dabei mental zu wachsen. Man überdenkt mit den erworbenen Kenntnissen viele Ansichten, nimmt sich nicht mehr so ernst und erlernt eine gewisse rationale Gelassenheit.

In meinem Werdegang kann ich immer wieder erkennen, wie sich meine Einstellung weiter wandelt. Es heißt ja nicht umsonst „Man wächst mit seinen Aufgaben.“. So ist es auch beim Karate. Wer sich ernsthaft damit beschäftigt, kommt gar nicht drum herum seine Philosophie aus dem Dojo mit nach Hause zu tragen. Man lernt Kleinigkeiten wertzuschätzen und auch kleine Zwischenziele als Erfolge anzuerkennen. Ich bemerke ebenso wie sich mein Horizont und meine Denkweise um ein Vielfaches erweitern. Ich schaue mehr nach links und rechts, anstatt mit Scheuklappen geradeaus zu laufen.

Ich bin gelassener und gehe Probleme auf der Arbeit wesentlich ruhiger und zielorientierter an, da ich nun aktuelle Situationen schneller und umfassender erfassen kann.

Zudem schaltet man beim Karate auch einfach mal ab, lässt schon bei der Begrüßung die Alltagssorgen hinter sich und findet einen gewissen Frieden. Dieser Ausgleich ist für Körper und Geist äußerst wichtig, um dann wieder einen klaren Überblick behalten zu können und die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Mir ist durchaus bewusst wie umfangreich diese Themen sind. Deshalb betone ich auch immer wieder, dass ich gerne in kommenden Beiträgen wieder und wieder auf die Themen eingehen werde. Man kann sie aus so vielen Perspektiven beleuchten und könnte zu jedem Punkt ganze Bücher schreiben. Ich gebe immer nur einen Einblick, der zum Nachdenken anregen soll und füge immer wieder ein Puzzleteil dazu, um meine Sichtweisen zu schildern.
Vielen Dank fürs Lesen und viel Spaß bei den kommenden Beiträgen.

Patrick

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